Kleine Schiffe, entlegene Routen, Zodiac-Anlandungen statt Hafenterminal: Eine Expeditionskreuzfahrt hat mit einer klassischen Kreuzfahrt auf einem Großschiff wenig gemeinsam. Statt Wasserrutschen und Buffetrestaurant stehen Gletscherbeobachtung, Tierbeobachtung und Vorträge von Wissenschaftlern auf dem Programm. Die Schiffe sind kleiner (50 bis 200 Gäste), die Ziele abgelegener, und das Erlebnis ist stärker von der Natur bestimmt als vom Bordprogramm.
Dieser Artikel gibt einen Überblick über die drei beliebtesten Regionen für Expeditionskreuzfahrten: Arktis, Antarktis und die Galápagos-Inseln. Dazu: Reedereien, Kosten, beste Reisezeiten und was man bei der Planung wissen sollte.
Inhaltsverzeichnis
- Was eine Expeditionskreuzfahrt ausmacht
- Arktis: Spitzbergen, Grönland und Island
- Antarktis: Der weiße Kontinent
- Galápagos-Inseln: Evolution hautnah
- Regionen im Vergleich
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- Reedereien für Expeditionskreuzfahrten
- Kosten und Buchung
- Entdecke deine nächste Kreuzfahrt
- Expedition statt Kreuzfahrt
- Häufige Fragen (FAQ) – Die häufigsten Fragen zu Expeditionskreuzfahrten
Was eine Expeditionskreuzfahrt ausmacht
Der grundlegende Unterschied zur klassischen Kreuzfahrt: Bei einer Expedition bestimmt die Natur den Tagesablauf, nicht das Bordprogramm. Routen können sich kurzfristig ändern, wenn Eis, Wetter oder Tiersichtungen es erfordern. Anlandungen erfolgen per Zodiac-Boot (Schlauchboot), oft an Stränden ohne jede Infrastruktur. An Bord begleiten Expeditionsleiter und Wissenschaftler die Reise mit Vorträgen zu Geologie, Tierwelt und Klimaforschung.
Die Schiffe sind deutlich kleiner als klassische Kreuzfahrtschiffe. Typische Expeditionsschiffe haben 100 bis 200 Gäste, manche sogar weniger als 100. Das bedeutet: persönlichere Atmosphäre, kürzere Wege, aber auch weniger Unterhaltungsangebot und kleinere Kabinen als auf einem Großschiff. Wer abends Shows, Poolpartys oder ein Dutzend Restaurants erwartet, ist auf einem Expeditionsschiff falsch. Wer Natur, Ruhe und Wissen sucht, findet hier ein Format, das es in dieser Intensität nirgendwo anders gibt.
Erfahrungsgemäß sind Expeditionskreuzfahrten nichts für Erstfahrer, die das Konzept Kreuzfahrt erst kennenlernen wollen. Sie richten sich an Reisende, die gezielt in eine bestimmte Region möchten und bereit sind, Komforteinschränkungen (kleinere Kabinen, eingeschränktes Bordprogramm, raue See) in Kauf zu nehmen.
Arktis: Spitzbergen, Grönland und Island

Die Arktis ist die zugänglichste der drei Expeditionsregionen. Viele Routen starten ab Spitzbergen (Longyearbyen), Island (Reykjavik) oder Grönland und sind von Europa aus ohne Langstreckenflug erreichbar. Die Reisesaison liegt zwischen Juni und September, wenn die Mitternachtssonne für fast 24 Stunden Tageslicht sorgt.
Die Landschaft ist geprägt von Gletschern, Fjorden und weiten Eisfeldern. Die Tierwelt umfasst Eisbären (vor allem auf Spitzbergen), Walrosse, Polarfüchse, Rentiere und verschiedene Walarten. Sichtungen sind nie garantiert, aber erfahrungsgemäß sehen die meisten Reisenden auf Spitzbergen-Routen Eisbären aus sicherer Distanz. Alle Anlandungen und Tierbeobachtungen finden unter strengen Schutzbestimmungen statt, die Crew ist für den Umgang mit Wildtieren geschult und bewaffnet.
Neben der Natur bieten Arktis-Expeditionen auch kulturelle Begegnungen: Besuche in kleinen Siedlungen in Grönland oder auf den Färöer-Inseln geben Einblick in das Leben am Rand der bewohnbaren Welt.
Beste Reisezeit: Juni bis August (Mitternachtssonne, offenstes Eis). September für Nordlichtchancen.
Antarktis: Der weiße Kontinent

Die Antarktis ist die abgelegenste und aufwendigste der drei Regionen. Die meisten Expeditionen starten ab Ushuaia (Argentinien) und führen über die Drake-Passage, eine zwei Tage dauernde Überfahrt, die für rauen Seegang bekannt ist. Die Reisesaison ist kurz: November bis März, wenn auf der Südhalbkugel Sommer ist.
Was die Antarktis von allen anderen Reisezielen unterscheidet: Es gibt keine permanente Bevölkerung, keine Infrastruktur, keine Städte. Nur Eis, Fels, Forschungsstationen und eine Tierwelt, die sich in Millionen von Jahren ohne menschlichen Einfluss entwickelt hat. Pinguinkolonien mit zehntausenden Tieren, Robben, See-Elefanten und Buckelwale gehören zu den Standardsichtungen. Das Erlebnis, mit dem Zodiac zwischen Eisbergen zu fahren, gehört erfahrungsgemäß zu den intensivsten Momenten, die eine Schiffsreise bieten kann.
An Bord steht Bildung im Vordergrund: Vorträge zu Glaziologie, Meeresbiologie und Klimaforschung ergänzen die Anlandungen. Die Atmosphäre ist ruhiger und wissenschaftlicher als auf jeder anderen Kreuzfahrt.
Beste Reisezeit: Dezember bis Februar (längste Tage, mildestes Wetter, beste Tiersichtungen). November und März sind günstiger, aber kälter und mit weniger Tageslicht.
Galápagos-Inseln: Evolution hautnah

Die Galápagos-Inseln liegen ca. 1.000 Kilometer vor der Küste Ecuadors im Pazifik und sind eines der am strengsten geschützten Naturgebiete der Welt. Charles Darwin entwickelte hier die Grundlagen seiner Evolutionstheorie, und die Inseln sind bis heute ein lebendiges Forschungslabor.
Die Tierwelt ist einzigartig: Riesenschildkröten, Meerechsen, Blaufußtölpel, Seelöwen und Landleguane leben hier ohne natürliche Scheu vor Menschen. Expeditionskreuzfahrten sind stark reglementiert: Nur Schiffe mit maximal 100 Gästen dürfen anlegen, Anlandungen finden ausschließlich in Begleitung zertifizierter Naturführer statt, und die Besucherzahlen pro Insel sind begrenzt.
Anders als Arktis und Antarktis ist Galápagos ganzjährig bereisbar. Das Klima ist tropisch, die See in der Regel ruhig, und die Anreise erfolgt per Flug über Quito oder Guayaquil (Ecuador). Die Reisedauer ist kürzer als bei Polarexpeditionen: typisch sind 7 bis 8 Tage.
Erfahrungsgemäß ist Galápagos die zugänglichste Expeditionsregion für Reisende, die keine Erfahrung mit extremen Klimabedingungen haben, aber trotzdem ein intensives Naturerlebnis suchen.
Beste Reisezeit: Ganzjährig. Januar bis Juni wärmer und feuchter (bessere Unterwassersicht zum Schnorcheln), Juli bis Dezember kühler und trockener (mehr Seevögel, rauere See).
Regionen im Vergleich
| Kriterium | Arktis | Antarktis | Galápagos |
|---|---|---|---|
| Anreise ab Europa | Kurz (Spitzbergen: 3h Flug, Island: direkt) | Lang (Ushuaia: 20h+ via Buenos Aires) | Lang (Quito: 12h+) |
| Reisesaison | Juni bis September | November bis März | Ganzjährig |
| Typische Dauer | 8 bis 14 Tage | 10 bis 21 Tage (inkl. Drake-Passage) | 7 bis 8 Tage |
| Schiffsgröße | 100 bis 200 Gäste | 100 bis 200 Gäste | 16 bis 100 Gäste |
| Klima | Kalt (0 bis 10 °C im Sommer) | Sehr kalt (-5 bis 5 °C) | Tropisch (20 bis 30 °C) |
| Seegang | Moderat | Drake-Passage kann rau sein | Meist ruhig |
| Tierwelt-Highlights | Eisbären, Walrosse, Wale | Pinguine, Robben, Wale | Riesenschildkröten, Meerechsen, Seelöwen |
| Preisniveau | Ab ca. 5.000 bis 15.000 Euro p.P. | Ab ca. 8.000 bis 25.000 Euro p.P. | Ab ca. 4.000 bis 12.000 Euro p.P. |
| Für wen | Naturliebhaber, Fotografen, Arktis-Einsteiger | Erfahrene Reisende, Bucket-List | Natur- und Tierinteressierte, Familien |
Alle Preise sind unverbindliche Richtwerte und können je nach Reederei, Schiff, Kabine und Saison erheblich variieren.
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Reedereien für Expeditionskreuzfahrten
Die Auswahl an Reedereien ist deutlich kleiner als im klassischen Kreuzfahrtmarkt. Die wichtigsten Anbieter im Überblick:
- Hurtigruten Expeditions: Spezialisiert auf Arktis und Antarktis, mit Hybrid-Schiffen und wissenschaftlichem Programm. Laut eigener Aussage Fokus auf Nachhaltigkeit. Preisklasse: mittel bis gehoben.
- Hapag-Lloyd Cruises: Die HANSEATIC-Schiffe (nature, inspiration, spirit) gehören zu den hochwertigsten Expeditionsschiffen im deutschsprachigen Markt. Kleine Schiffe (230 Gäste), deutschsprachige Reiseleitung. Preisklasse: gehoben bis Luxus.
- Ponant: Französische Reederei mit eleganten Expeditionsschiffen (ca. 200 Gäste). Routen weltweit, von Arktis über Antarktis bis Polynesien. Preisklasse: gehoben bis Luxus.
- Silversea Expeditions: Luxussegment mit All-inclusive-Konzept. Kleine Schiffe, hoher Servicestandard, wissenschaftliches Programm. Preisklasse: Luxus.
- Celebrity Cruises: Bietet mit der Celebrity Flora eine Galápagos-Spezialistin (100 Gäste). Weniger Expeditionscharakter, mehr Komfort. Preisklasse: gehoben.
- Plantours (MS Hamburg): Kleines deutschsprachiges Schiff, das auch entlegenere Häfen anläuft. Preisklasse: mittel.
Erfahrungsgemäß lohnt sich ein Blick auf die Schiffsgröße und das Expeditionsteam bei der Auswahl. Kleinere Schiffe (unter 200 Gäste) ermöglichen mehr Anlandungen und persönlicheren Kontakt zu den Guides. Die wissenschaftliche Qualität der Vorträge und Exkursionen variiert je nach Reederei erheblich.
Kosten und Buchung
Expeditionskreuzfahrten sind deutlich teurer als klassische Kreuzfahrten. Die Gründe: kleinere Schiffe mit höheren Betriebskosten, spezialisierte Crew, teure Genehmigungen (besonders Galápagos und Antarktis) und aufwendige Logistik.
Richtwerte pro Person (Standardkabine):
- Arktis (Spitzbergen, 8 bis 10 Tage): ca. 5.000 bis 12.000 Euro
- Antarktis (14 bis 21 Tage inkl. Drake-Passage): ca. 8.000 bis 20.000 Euro
- Galápagos (7 bis 8 Tage): ca. 4.000 bis 10.000 Euro
Dazu kommen Flugkosten (besonders bei Antarktis und Galápagos erheblich), Ausrüstung (wetterfeste Kleidung, manche Reedereien stellen Parkas und Gummistiefel) und optionale Aktivitäten wie Kajak oder Camping.
Erfahrungsgemäß lohnt sich frühes Buchen (12 bis 18 Monate Vorlauf), weil die Kapazitäten begrenzt sind und beliebte Termine schnell vergeben sind. Manche Reedereien bieten Frühbucher-Rabatte oder inkludierte Flüge bei frühzeitiger Buchung.
Alle Preise sind unverbindliche Richtwerte und können je nach Reederei, Schiff und Kabinenkategorie erheblich abweichen.

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Expedition statt Kreuzfahrt
Eine Expeditionskreuzfahrt ist keine klassische Urlaubsreise – sie ist eher ein Abenteuer in entlegenere Regionen. Ob Arktis, Antarktis oder Galápagos: Jede Region bietet Erlebnisse, die man selten im Leben macht. Mit den richtigen Reedereien, kleinen Schiffen und erfahrenen Guides ist es möglich, diese sensiblen Regionen intensiv und zugleich respektvoll zu bereisen.
Häufige Fragen (FAQ) – Die häufigsten Fragen zu Expeditionskreuzfahrten
Wie viel kostet eine Expeditionskreuzfahrt?
Die Preisspanne ist groß. Eine einwöchige Galápagos-Reise beginnt bei ca. 4.000 Euro pro Person, eine Antarktis-Expedition bei ca. 8.000 Euro. Arktis-Reisen liegen dazwischen. Dazu kommen Flugkosten, die besonders bei Antarktis (Ushuaia) und Galápagos (Quito/Guayaquil) erheblich sein können. Luxusreedereien wie Silversea oder Ponant liegen deutlich darüber. Erfahrungsgemäß sollte man für eine Antarktis-Expedition insgesamt (inkl. Flüge und Ausrüstung) mit 12.000 bis 25.000 Euro rechnen. Alle Preise sind unverbindliche Richtwerte.
Ist eine Expeditionskreuzfahrt für Anfänger geeignet?
Bedingt. Wer noch nie auf einem Kreuzfahrtschiff war, sollte eher mit einer klassischen Kreuzfahrt starten, um zu testen, ob das Format grundsätzlich passt. Expeditionsschiffe sind kleiner, das Bordprogramm begrenzter, und die Bedingungen (Kälte, Seegang, eingeschränkter Komfort) erfordern eine gewisse Reiseerfahrung. Galápagos ist die zugänglichste Region für Einsteiger, weil das Klima mild, die See ruhig und die Reisedauer kürzer ist. Arktis und Antarktis sind erfahrungsgemäß eher für reiseerfahrene Gäste geeignet.
Wann ist die beste Reisezeit für Arktis, Antarktis und Galápagos?
Arktis: Juni bis August (Mitternachtssonne, wärmstes Wetter, offenstes Eis). September für Nordlichtchancen. Antarktis: Dezember bis Februar (Sommer auf der Südhalbkugel, längste Tage, beste Tiersichtungen). November und März sind günstiger, aber kälter. Galápagos: ganzjährig bereisbar. Januar bis Juni wärmer und feuchter (bessere Schnorchelbedingungen), Juli bis Dezember kühler (mehr Seevögel).
Wie rau ist die Drake-Passage?
Die Drake-Passage zwischen Südamerika und der Antarktis dauert etwa zwei Tage und ist für rauen Seegang bekannt. Erfahrungsgemäß erleben etwa die Hälfte der Überfahrten moderaten bis starken Seegang, die andere Hälfte ist ruhiger („Drake Lake“). Reisetabletten und Seekrankheits-Pflaster sind empfehlenswert. Manche Reedereien bieten alternativ eine Anreise per Flug über die Drake-Passage an, was die Seegangs-Problematik umgeht, aber deutlich teurer ist.
Welche Reederei eignet sich für eine Expeditionskreuzfahrt?
Das hängt von Budget, Region und Sprachpräferenz ab. Für deutschsprachige Gäste ist Hapag-Lloyd Cruises (HANSEATIC-Schiffe) erfahrungsgemäß die erste Wahl, weil Reiseleitung und Vorträge auf Deutsch stattfinden. Hurtigruten bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis mit wissenschaftlichem Programm. Ponant und Silversea liegen im Luxussegment mit kleinen Schiffen und hohem Servicestandard. Für Galápagos ist Celebrity Flora eine komfortable Option. Erfahrungsgemäß lohnt sich ein Vergleich nach Schiffsgröße und Expeditionsteam, nicht nur nach Preis.















