Die erste Kreuzfahrt ist aufregend. Neues Schiff, neues Konzept, tausend Möglichkeiten. Gleichzeitig passieren Erstkreuzfahrern immer wieder dieselben Fehler, die sich mit etwas Vorbereitung leicht vermeiden lassen. Die meisten davon betreffen Kabinenauswahl, Bordkosten und den Umgang mit dem Tagesprogramm.
Dieser Artikel zeigt zehn häufige Stolperfallen an Bord und gibt praktische Hinweise, wie der erste Törn entspannter verläuft. Keine Garantie, dass alles glatt läuft, aber die Chancen steigen deutlich.
Inhaltsverzeichnis
01. Kabine ohne Recherche gebucht
Die Kabinenwahl beeinflusst den Schlafkomfort auf der gesamten Reise. Wer ohne Blick auf den Deckplan bucht, kann eine Kabine direkt unter dem Pooldeck, neben einem Aufzugsschacht oder über dem Maschinenraum erhalten. Die Folge: Geräusche, die sich besonders nachts bemerkbar machen.
Kabinen mittschiffs und auf mittleren Decks gelten als ruhiger und stabiler, weil dort die Schiffsbewegungen weniger spürbar sind. Wer empfindlich auf Schaukeln reagiert, sollte Kabinen am Bug oder Heck eher meiden. Deckpläne sind auf den Webseiten der Reedereien verfügbar und helfen bei der Einschätzung, welche Kabinen in der Nähe von Restaurants, Bars oder Technikbereichen liegen.
💡 Tipp: In Kreuzfahrtforen teilen erfahrene Passagiere regelmäßig ihre Erfahrungen zu bestimmten Kabinennummern. Ein kurzer Blick vor der Buchung kann spätere Enttäuschungen vermeiden.

02. Dresscode unterschätzt
Auf Kreuzfahrtschiffen gibt es je nach Reederei und Abendprogramm Kleidungsempfehlungen, die sich vom Alltag an Land unterscheiden. Das muss kein Smoking sein. Oft reicht ein gepflegtes Outfit für den Abend. Wer ausschließlich in Freizeitkleidung packt, kann sich in bestimmten Restaurants oder bei Gala-Abenden unwohl fühlen.
Die Kleiderordnung variiert je nach Reederei und Schiffstyp. Auf Clubschiffen geht es in der Regel legerer zu als auf klassischen Kreuzfahrtlinien. Die konkreten Empfehlungen stehen auf der Webseite der jeweiligen Reederei oder in den Reiseunterlagen.
💡 Tipp: Ein vielseitiges Kleidungsstück für den Abend einzupacken, das sich mit verschiedenen Kombinationen tragen lässt, spart Platz im Koffer und deckt die meisten Anlässe ab.
03. Sonnenliegen reservieren und verschwinden
Handtücher auf Liegen legen und dann stundenlang nicht erscheinen gehört zu den häufigsten Beschwerden unter Kreuzfahrtpassagieren. Einige Reedereien haben darauf reagiert und räumen nicht belegte Liegen nach einer bestimmten Zeit wieder frei.
Wer den Poolbereich nutzen möchte, findet in der Regel auch später am Vormittag noch Plätze. Alternativ bieten viele Schiffe ruhigere Deckbereiche abseits des Hauptpools, die weniger frequentiert sind. Ein Gang über das Schiff am ersten Tag hilft, solche Plätze zu entdecken.
04. Tagesprogramm nicht gelesen
Kreuzfahrtschiffe bieten täglich ein umfangreiches Aktivitätenprogramm: Workshops, Vorträge, Shows, Sportkurse, Verkostungen. Das Programm liegt in der Regel abends in der Kabine bereit oder ist über die Schiffs-App abrufbar.
Wer das Programm nicht liest, verpasst Veranstaltungen, die ihn interessiert hätten. Gerade bei beliebten Angeboten wie Kochkursen oder Backstage-Führungen können die Plätze begrenzt sein. Ein kurzer Blick am Vorabend auf das Programm des nächsten Tages reicht, um die persönlichen Highlights zu markieren.
💡 Tipp: Manche Reedereien ermöglichen über ihre App eine direkte Reservierung von Aktivitäten. Wer sich frühzeitig anmeldet, sichert sich eher einen Platz bei gefragten Programmpunkten.

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05. Internetkosten auf See unterschätzt
Auf dem offenen Meer gibt es kein reguläres Mobilfunknetz. Smartphones verbinden sich stattdessen mit Satellitennetzwerken, die hohe Roaminggebühren verursachen können. Wer den Flugmodus nicht aktiviert, riskiert eine unerwartet hohe Handyrechnung.
Die meisten Reedereien bieten WLAN-Pakete in unterschiedlichen Preisstufen an. Die Geschwindigkeit und Verfügbarkeit variieren je nach Schiff, Route und Auslastung. Wer lediglich Nachrichten verschicken möchte, kommt in der Regel mit einem Basispaket aus. Streaming oder Videoanrufe erfordern teurere Optionen und funktionieren auf See nicht immer zuverlässig.
💡 Tipp: Den Flugmodus direkt beim Ablegen aktivieren und nur gezielt über das Bord-WLAN online gehen. In vielen Häfen funktioniert normales Mobilfunknetz, sodass Nachrichten und Updates dort kostengünstiger möglich sind.
06. Getränkepaket falsch kalkuliert
Viele Reedereien bieten Getränkepakete in verschiedenen Stufen an, von Softdrinks bis zu einem Paket, das alkoholische Getränke einschließt. Wer aus Vorsicht das umfangreichste Paket bucht, aber im Urlaub weniger trinkt als gedacht, zahlt mehr als nötig.
Umgekehrt kann ein Paket für Passagiere, die regelmäßig Cocktails oder Wein zum Abendessen bestellen, wirtschaftlich sinnvoll sein. Eine grobe Kalkulation vor der Buchung hilft: Wie viele Getränke pro Tag sind realistisch? Was kosten Einzelgetränke an Bord? Die Preislisten sind bei vielen Reedereien vorab einsehbar.
Gut zu wissen: Einige Schiffe bieten Wasser, Tee und Kaffee in bestimmten Bereichen ohnehin ohne Aufpreis an. Das sollte in die Rechnung einfließen, bevor ein Paket gebucht wird. Die genauen Leistungen unterscheiden sich je nach Reederei und Tarif.

07. Umgangsformen an Bord ignoriert
Ein Kreuzfahrtschiff ist ein öffentlicher Raum, den sich mehrere tausend Passagiere teilen. Was an Land am Strand durchgeht, ist in den Innenbereichen eines Schiffes nicht immer angebracht. Badekleidung gehört an den Pool, nicht ins Restaurant. Lautstärke im Spa stört andere Gäste, die Ruhe suchen.
Es geht nicht um starre Etikette, sondern um ein angenehmes Miteinander. Wer sich an den Gepflogenheiten der Mitreisenden orientiert, liegt in der Regel richtig. Die meisten ungeschriebenen Regeln sind intuitiv verständlich und erfordern lediglich etwas Aufmerksamkeit.
08. Orientierung auf dem Schiff verloren
Große Kreuzfahrtschiffe haben 15 und mehr Decks, dutzende Restaurants, mehrere Poolbereiche und kilometerlange Gänge. In den ersten Tagen fühlt sich die Navigation an Bord für viele Erstkreuzfahrer unübersichtlich an.
Ein Rundgang am ersten Tag hilft, die wichtigsten Anlaufpunkte zu lokalisieren: Kabine, Hauptrestaurant, Pooldeck, Rezeption, Ausgangsdecks für Landgänge. Viele Schiffe verwenden Farbcodes oder Themen für verschiedene Deckbereiche, die als Orientierungshilfe dienen. Auch die Schiffs-App enthält in der Regel einen interaktiven Deckplan.
💡 Tipp: Die eigene Kabinennummer und das Deck merken oder notieren. Auf großen Schiffen mit über 2.000 Kabinen kann selbst der Rückweg zur eigenen Kabine in den ersten Tagen eine Herausforderung sein.
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09. Bordkonto nicht im Blick
Auf den meisten Kreuzfahrtschiffen funktioniert die Bezahlung an Bord bargeldlos über eine Bordkarte, die mit einer Kreditkarte verknüpft ist. Getränke, Spa-Behandlungen, Souvenirs und Spezialitätenrestaurants werden automatisch dem Bordkonto belastet. Das ist bequem, kann aber dazu führen, dass der Überblick über die Ausgaben verloren geht.
Viele Reedereien bieten die Möglichkeit, den aktuellen Kontostand über die App oder an Terminals auf dem Schiff einzusehen. Ein regelmäßiger Blick, etwa jeden zweiten Tag, hilft, die Kosten im Rahmen zu halten. Am Abreisetag bleibt dann keine unangenehme Überraschung.
Tipp: Wer ein festes Budget pro Tag einplant, behält die Kontrolle. Einige Reedereien bieten auch die Möglichkeit, ein Ausgabenlimit auf dem Bordkonto einzurichten. Ob das auf dem gewählten Schiff möglich ist, kann vorab bei der Reederei erfragt werden.
10. Auf Seegang nicht vorbereitet
Seegang gehört zur Kreuzfahrt. Auf manchen Routen, etwa bei Atlantiküberquerungen oder in der Biskaya, kann er stärker ausfallen als auf geschützteren Gewässern wie dem Mittelmeer. Wer empfindlich auf Bewegungen reagiert, sollte sich vorab Gedanken machen, was bei Unwohlsein helfen kann.
Bewährte Maßnahmen sind unter anderem frische Luft, ein fester Blickpunkt am Horizont und der Aufenthalt mittschiffs, wo die Schiffsbewegungen geringer sind. Reiseapotheken mit geeigneten Mitteln gegen Reiseübelkeit sollten vor der Reise zusammengestellt werden. Auch Akupressurbänder werden von einigen Reisenden als hilfreich beschrieben, wobei die Wirksamkeit individuell unterschiedlich ausfällt.
💡 Tipp: Wer zu Reiseübelkeit neigt, sollte bei der Kabinenauswahl auf eine mittschiffs gelegene Kabine auf einem niedrigeren Deck achten. Dort sind die Schiffsbewegungen erfahrungsgemäß geringer.
👉 Unser Tipp: Reise mit Ingwer und Reisetabletten. Und such dir bei Seegang frische Luft und Blick zum Horizont, das hilft meist vielen Reisenden!

Häufige Fragen (FAQ) – Die häufigsten Fragen
Wie finde ich heraus, ob meine Kabine ruhig liegt?
Deckpläne auf den Webseiten der Reedereien zeigen die Lage von Restaurants, Bars, Aufzügen und technischen Bereichen. Kabinen, die nicht direkt an solchen Bereichen grenzen, sind tendenziell ruhiger. In Kreuzfahrtforen berichten Passagiere regelmäßig über ihre Erfahrungen mit bestimmten Kabinen.
Was passiert, wenn ich den Dresscode nicht einhalte?
In den meisten Fällen wird niemand abgewiesen. Allerdings kann es vorkommen, dass Passagiere in bestimmten Restaurants oder bei besonderen Abendveranstaltungen höflich auf die Kleiderempfehlung hingewiesen werden. Die Handhabung ist je nach Reederei unterschiedlich.
Kann ich das Getränkepaket auch noch an Bord buchen?
Bei vielen Reedereien ist eine Buchung auch nach dem Einschiffen möglich, allerdings häufig zu einem höheren Preis als bei Vorab-Buchung. Die genauen Konditionen variieren je nach Reederei und Tarif. Es empfiehlt sich, die Preise vor und nach der Buchung zu vergleichen.
Wie vermeide ich hohe Internetkosten auf dem Schiff?
Den Flugmodus aktivieren, sobald das Schiff den Hafen verlässt. Für die Nutzung an Bord bieten die Reedereien WLAN-Pakete an. In Häfen kann das reguläre Mobilfunknetz genutzt werden, um Updates und Nachrichten zu senden. Automatische App-Updates und Cloud-Synchronisierung sollten vor der Reise deaktiviert werden, um ungewollten Datenverbrauch zu vermeiden.
Hilft Ingwer wirklich gegen Seekrankheit?
Ingwer wird in der Naturheilkunde traditionell bei Übelkeit eingesetzt. Einige Studien deuten auf eine Wirksamkeit bei Reiseübelkeit hin, die Evidenzlage ist jedoch nicht einheitlich. Wer zu starker Reiseübelkeit neigt, sollte vorab ärztlichen Rat einholen. Rezeptfreie Mittel gegen Reiseübelkeit sind in Apotheken erhältlich und können in die Reiseapotheke aufgenommen werden.
















